Verbessern Staatseingriffe das Leben von Menschen?

Heute möchte ich mich einem komplexen Thema widmen. Der Gerechtigkeit!

Wie schafft man es, dass es jedem der arbeitet gut geht und dass gleichzeitig auch für jene gesorgt wird, die es nicht können? Das ist neben innerer und äußerer Sicherheit die Kernfrage, mit der sich staatliche Gebilde seit jeher beschäftigen.

Der Beitrag ist sehr unordentlich geworden, was daran liegt, dass ich im Moment kaum zum schreiben komme. Verzeiht es mir und nehmt das Wesentliche heraus! Wie immer gilt: Mein Ziel ist eine Welt, in der es möglichst jedem gut geht und mich trennt von Menschen auf der linken Seite des politischen Spektrums (Ich stehe absolut in der Mitte) lediglich der Weg  um dieses Ziel zu erreichen!

Interventionismus VS natürliche Ordnung

Bevor man eingreift, um einen vorherrschenden Zustand zu ändern, beziehungsweise einen gewünschten Zustand zu erreichen, muss man sich die Frage stellen, ob der Eingriff mehr Schaden oder mehr Nutzen für die Betroffenen mit sich bringt. Sollte man erkennen, dass sich die Folgen des Eingreifens in das menschliche Verhalten nur selten vorhersehen lassen, so muss das zu Demut führen.

Ich nehme mal ein Beispiel aus dem Fitnessbereich, das mich schon länger beschäftigt. Es gibt Trainingsbooster, die man an harten Tagen zu sich nimmt, um nach der Arbeit, Uni oder was auch immer, wach und fit für das Workout zu sein. Nun kam es so, dass eine Firma den Booster Jack3D auf den Markt brachte. Die vielen Stimulanzien, vor allem das DMAA (1,3-Dimethylamylamine), führten zu einem unfassbar guten Gefühl und besserer Trainingsleistung. Selbst bis in die entlegensten Winkel Deutschlands kam dieses US-amerikanische Produkt. Eines Tages starben jedoch zwei US-Amerikaner, da sie sich mutmaßlich nicht an die Dosierungsempfehlungen hielten oder Herzkrank waren. In der Folge wurden die unterschiedlichen Substanzen immer kritischer beurteilt und schlussendlich verboten.

Millionen von Konsumenten, von denen Hunderttausende regelmäßig viel zu üppige Portionen konsumiert hatten, litten unter keinerlei gesundheitlichen Problemen. Auf der anderen Seite sterben regelmäßig Menschen an zu hohem Alkoholkonsum und mit den Folgen des Rauchens müssen wir erst gar nicht anfangen. Die eine Argumentation ist also, warum man das Produkt überhaupt verbietet, schließlich kann man sich mit allem umbringen, wenn man es überdosiert.

Die zweite Argumentation lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man sich anschaut, was nach dem Verbot geschah. Der Markt war trotz des Verbots hungrig auf wirkungsvolle Trainingsbooster, daher mussten sich Unternehmen, als Diener der Konsumenten, etwas einfallen lassen. Erst erschienen Booster, die Koffein, Guarana, Taurin, Beta-Alanin und weitere legale Bestandteile enthielten, doch der bekannte Effekt blieb aus. Was man nun die letzten Jahre in der Fitnessindustrie beobachten kann ist, dass immer neue Varianten verschiedener amphetaminähnlicher Substanzen entwickelt oder gefunden und verkauft werden, bis man sie wieder verbietet.

Die Sache ist ähnlich wie bei Süßstoff oder Düngemitteln: Verbietest du ein Produkt, das Nebenwirkungen haben kann, aber von den Nutzern als nützlich empfunden wird, wird die Folge sein, dass Produkte auf den Markt kommen, die weniger gut erforscht sind und damit potenziell größere Risiken mit sich bringen.

Abgesehen davon, möchte ich als erwachsener Verbraucher selbst entscheiden, welche Produkte ich zu mir nehme und welches Risiko ich für vertretbar halte. Was ich nur klar machen wollte ist, dass die Folgen eines Eingriffs nicht absehbar sind und tendenziell Unglück nach sich ziehen können. Die Folgen des ersten Eingriffs müssen mit weiteren Eingriffen ausgebügelt werden. Das ganze nennt sich Interventionsspirale. War der erste Eingriff nun eine Verbesserung? Wurde das Ziel erreicht? Kann so ein Ziel erreicht werden?

Nehmen wir ein weniger spezielles Beispiel:

Der Gesetzgeber vermutet, dass ein bestimmtes Pestizid das Risiko auf gewisse Krebserkrankungen erhöht. Um die Bevölkerung zu schützen verbietet er deshalb die Nutzung des Pestizids. Bevor man sich nun die Folgen des Verbots anschaut, sollte man sich überlegen, warum gerade dieses Mittel überhaupt benutzt wird. Scheinbar bevorzugen einige Marktteilnehmer genau dieses Pestizid. Vielleicht ist es das wirksamste und günstigste, das würde bedeuten, dass ein Verbot dazu führt, dass die Ernte weniger ertragreich wird und die Kosten für die Lebensmittel steigen. Die Kosten für das Lebensmittel müssen nicht mal direkt steigen, vielleicht geben die Produzenten die Kosten nicht an die Verbraucher weiter, aber der Anreiz Lebensmittel herzustellen sinkt, da die Gewinne kleiner sind als vorher. Das bedeutet, es kommt durch diesen Einbruch zu einem Angebotsausfall und spätestens der führt zu höheren Preisen. In der Masse wird dadurch weniger Obst und Gemüse nachgefragt, was ebenfalls die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet.

Es ist nicht absehbar, ob das Verbot von Aspartam oder bestimmten Pestiziden eher positive oder negative Folgen auf die Gesundheit unserer Mitmenschen hat. Wird Aspartam verboten, kommt der nächste Süßstoff, der evtl. wirklich schädlich ist oder der noch nicht ausreichend erforscht wurde.

Man könnte auch darüber nachdenken, ob so wenige Menschen heute Eigenheime besitzen, weil die vielen staatlichen Auflagen es unwirtschaftlich machen. Die Folgen davon sind ebenfalls unabsehbar, aber definitiv negativ. http://www.focus.de/immobilien/bauen/studie-legt-offen-bis-zu-46-prozent-teurer-so-viel-muessen-bauherren-wegen-der-politik-draufzahlen_id_4636962.html

Wir haben nicht nur eine Regel für einen Bereich sondern abertausende Regulierungen von der Verglasung, bis zur Verpackungsgestaltung von Joghurtbechern oder Ladenöffnungszeiten. Ein erzwungenes Regelwerk hat immer Folgewirkungen, die nicht zu überblicken sind, daher ist jeder Eingriff in das Handeln von Menschen mit größter Vorsicht durchzuführen, aber davon erkenne ich in der Politik nichts! Wie stark wird der Konsum vieler Bürger durch die 19% Mehrwertsteuer gedrosselt? Diese Steuer ist ein perfektes Beispiel für einen Armutstreiber, genauso wie die Steuern auf Strom. Es reicht dem Staat nicht 19% zu verlangen, es muss schon um die 50% sein, Tendenz steigend. Das schafft Armut!

Das Ölflecktheorem:

Das Ölflecktheorem ist auch als Interventionsspirale bekannt und besagt, dass ein Staatseingriff immer weitere Eingriffe nach sich zieht. Das menschliche Handeln und die Reaktionen auf Gebote, Verbote, Zuschüsse usw. ist zu komplex um es vorhersehen zu können, daher muss man stets die entstehenden Folgen wieder reparieren und diese Reparaturen erfordern wiederum Reparaturen.

Als Berliner, der gerade wählen musste, wurde ich in den letzten Wochen häufig mit steigenden Mieten als Top-Wahlkampfthema konfrontiert. Nun kann die Politik in die Preisbildung auf dem Wohnungsmarkt eingreifen und Höchstpreise für den Mietzins festlegen, nur geschehen dann folgende Dinge:

  1. Der Arzt, Anwalt, reiche Schwabe… bekommt natürlich trotzdem die Wohnung, weil der Wohnungseigentümer hier eine höhere Sicherheit hat, als zum Beispiel bei einer Kindergärtnerin. Der Wohlhabendere freut sich also über die günstigere Miete unterhalb des Marktpreises.
  2. Die entgehenden Gewinne werden anders eingenommen, zum Beispiel vereinbart der Vermieter, dass der Mieter 5000€ für einen alten Stuhl zahlt, der in der Wohnung steht.
  3. Der kurzfristig, künstlich niedrig gehaltene Mietpreis senkt mittel- und langfristig den Anreiz für potenzielle Vermieter, Wohnungen zu bauen, zu renovieren oder zu vermieten. Dadurch entsteht weniger Wohnraum und der vorhandene verfällt sukzessive. Dadurch sinkt das Angebot an Wohnungen, während der Bedarf steigt und die Wohnungsknappheit zunimmt.

Ergebnis –> Der Wohnraum wird knapper, die Qualität sinkt, die ärmeren Menschen haben noch weniger Chancen auf eine Bleibe.

Nun muss der Staat erneut eingreifen und selbst die Wohnungen bauen, was teurer ist und zu Lasten aller Steuerzahler geht. Der knappe Wohnraum könnte auch von den Behörden umverteilt werden oder „Sozialquoten“ vorgeschrieben werden, was Investoren weiter davon abhält, neue Wohnkomplexe zu errichten. Wer baut neue Häuser in einer Stadt, in der die Regierung ihm vorschreiben möchte, wie hoch er die Miete ansetzen kann oder, das er auch bestimmte soziale Schichten prozentual einziehen lassen muss etc.?

Die Zerstörung des Eigennutzes führt immer, einem Naturgesetz gleich, zu schlechteren Verhältnissen.

Schützt ein Sozialstaat arbeitende Menschen besser vor Armut?

Das halb kapitalistische System hat es möglich gemacht, dass Mitbürger ohne berufliche Qualifikation für rund 11-12€ die Stunde bei Kaufland oder Lidl arbeiten können. Gehen wir von Vollzeit aus, macht das 11,50€ (der Mittelwert) mal 40 Stunden die Woche mal 4 = 1840€ Brutto. Dazu kommen noch die vorher bereits abgezogenen Arbeitgeberanteile von rund 360€. Ohne staatliche Umverteilungssysteme läge der Monatslohn eines ungelernten Aldikassierers also bei rund 2.200€. Im jetzigen System erhält er rund 1300€ Netto.

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In meinem Artikel zum Rentensystem erkläre ich ausführlich, dass die 344€ für die Rentenversicherung monatlich eine Schweinerei sind. Zu den anderen Sozialversicherungen lässt sich knapp sagen, dass Bismarck sie gegen den Willen vieler Arbeitervertreter durchgesetzt hat(siehe Video am Ende). Zuvor wurden diese Versicherungen selbst eingerichtet und auch hier können natürlich freie Versicherungsanbieter viel günstiger und individueller auf die jeweilige Lebenssituation eingehen, als es ein Staat jemals könnte. Mit der selben Argumentation, mit der man gezwungen (!) wird, in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, könnte es auch verpflichtend sein, sich bei der staatlichen Haftpflichtversicherung einzuschreiben. Zwang bleibt Zwang und wer glaubt, dass eine staatliche Institution bessere Qualität zu niedrigeren Kosten in irgendeinem Bereich zustande bekommt, der sollte sich einfach grundlegende ökonomische Modelle anschauen.

Ein Handy herzustellen ist sehr viel komplexer und aufwendiger, als eine Arbeitslosenversicherung einzurichten und es käme dennoch niemand auf den Gedanken, dass man den Staat braucht, um Handys zu produzieren.

Eine Krankenversicherung ist zum Beispiel naturgemäß am Anfang des Lebens günstiger, so dass man zum Alter hin spart und sich Wohlstand aufbauen kann, um die dann steigenden Gesundheitskosten zu zahlen. Gleichzeitig ist in den niedrigen Zahlungen das geringe Risiko schwerer Erkrankungen abgedeckt, ähnlich wie bei einer privaten Haftpflichtversicherung. Ein faires System. Unfair ist jedoch, den Menschen die Verantwortung für ihre Gesundheit zu nehmen, in dem man andere für die Folgen zahlen lässt. Junge Menschen können nicht für ihr eigenes Alter vorsorgen, wenn sie die Kranken- und Rentenversicherung der Alten zahlen müssen.

Ein Mindestlohnempfänger ist erst nach(!) Abzug von Steuern und Sozialabgaben armutsgefährdet. In meinem Artikel zum Rentensystem rechne ich vor, wie er mit weniger Geld im Monat ein schönes Wohlstandspolster aufbauen kann und dennoch mehr in der Gegenwart zur Verfügung hat. Ein monopolistisches Zwangssystem steht nicht im Wettbewerb der besten Ideen und Produkte und wird immer näher an der schlechtesten, als an der besten Lösung sein. Nur der Wettbewerb erschafft Dinge wie ETF. Das Verlustrisiko steigt marginal und wird durch den Wettbewerb langfristig weiter minimiert, das Einzige was steigt ist die Eigenverantwortlichkeit und die meiden Politiker und Sozialisten, wie der Teufel das Weihwasser.

Ein System, dass vorgibt sich um jeden in jeder Lebenslage zu kümmern, muss dieses Versprechen darauf aufbauen, dass es andere Menschen gibt, die sich auf diese Lebenslagen selbst vorbereiten wollen. Diesen produktiven, an die Zukunft denkenden Menschen muss dann das weggenommen werden, was man den anderen, die nicht an Morgen gedacht haben, geben möchte.

Man stelle sich vor Mensch A pflanzt einen Baum an, um im Winter Äpfel zu haben und Mensch B lebt in den Tag hinein und lebt von dem, was er eben vorfindet. Welchen Anspruch hat nun B auf die Ernte von A? Sicher, wenn A großzügig ist, wird er B nicht verhungern lassen. Er könnte ihm einen Kredit geben, ihn für sich arbeiten lassen oder ihm einfach alles Überlebensnotwendige schenken. Nur hat B eben keinen Anspruch auf die Ernte von A. Das ist nicht hartherzig, sondern die einzige, moralisch richtige Sichtweise. Ich persönlich spende schon seit Beginn meines Studiums. Ich kam damals mit rund 650€ im Monat aus. Damals spendete ich monatlich je 5€ an zwei Spendenorganisationen. Meine Maßgabe war: Wenn mein Geld für einen Handyvertrag reicht, dann reicht es auch um Menschen in Not zu helfen. Ich spende prinzipiell nicht für Organisationen, die sich um den Status quo kümmern, sondern für jene, die Menschen die Möglichkeit geben Wohlstand aufzubauen. Bildung, Mobilität, Infrastruktur!

Das Bedürfnis, dass es den Schwachen und Behinderten gut geht ist ebenso ein Bedürfnis, wie das Bedürfnis nach Nahrung oder einem iPhone. Auch dieses Bedürfnis wird am besten über Märkte befriedigt und es ist naiv zu denken, dass Behinderte oder Obdachlose in einer freien Gesellschaft schlechter dran wären als heute. Ich würde in einer freien Gesellschaft spenden und zwar mehr als jetzt und ich weiß, dass mein Geld gezielter dort ankommt wo es gebraucht wird als aktuell, aber dafür müssen wir uns den Bundeshaushalt mal genauer anschauen.

So wie ich denken Millionen anderer Menschen und darum geht es im nächsten Abschnitt.

Schützt ein Sozialstaat Arme Menschen besser vor dem Elend?

Trotz einer Steuer- und Abgabenbelastung von 60-70% werden in Deutschland rund 5 Milliarden Euro gespendet. Menschen wie ich und Millionen andere würden bei einem Abbau des Sozialstaates selbstverständlich viel mehr spenden. Wie viel bräuchte man aber, um den wirklich bedürftigen zu helfen? Dafür können wir schauen, wie viel aktuell ungefähr dafür ausgegeben wird.

Den größten Anteil hat der Bereich „Arbeit & Soziales“:

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„Arbeit & Soziales“ wird wiederum wie folgt untergliedert:

Bundeshaushalt soziales

Den größten Anteil hat der Bereich Altersvorsorge 71%. Wer genauer wissen möchte, was sich dahinter genau verbirgt:

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Bis jetzt haben wir also noch nichts gefunden, was sich an wirklich Bedürftige richtet, die keine Chance hatten vorzusorgen, also schauen wir uns den zweitwichtigsten Posten von „Arbeit & Soziales“ an:

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Wir reden also von rund 30 Milliarden (Verwaltungskosten gäbe es schließlich nicht mehr), unter denen sich auch wirklich Bedürftige verbergen. Jetzt schätzen wir mal grob! Sagen wir ein Drittel aller ALG-II-Bezieher kann wirklich nicht arbeiten. Selbst wenn Vollbeschäftigung wäre, sind sie durch Krankheit oder Behinderungen nicht arbeitsfähig und sollten von der Gesellschaft durchgebracht werden. Wir sprechen also von rund 10 Milliarden Euro und in Anbetracht eines Spendenvolumens von bereits 5 Milliarden, bei einer Steuerbelastung von 60-70%. Es ist also absolut kein Argument zu behaupten, die Schwächsten in der Gesellschaft würden einen Sozialstaat brauchen. Dafür würde schließlich schon eine 1-3% Steuer mehr als ausreichen.

Der wichtigste Punkt ist jedoch: Du möchtest nicht, dass Menschen in deinem Land verhungern! Ich möchte das auch nicht, deshalb würde ich selbstverständlich meinen Teil dazu beitragen, dass es nicht dazu kommt. Dafür spendet man! Wer sich das ehrenamtliche Engagement von Millionen Bundesbürgern anschaut und die bereits vorhandene Spendenbereitschaft, der kann unmöglich glauben, dass die Abwesenheit von Steuerzwang dazu führt, dass sich Armut ausbreitet.

Bereits in der Vergangenheit war das Gegenteil richtig. Es ist niemals der Staat gewesen, der Arbeitsplätze schafft. Früher waren nahezu alle Menschen Bauern und erst Arbeitsteilung und Privateigentum haben dazu geführt, dass wir uns von der Subsistenzwirtschaft des Mittelalters verabschieden konnten. Statt >90% Bauern besteht unsere Gesellschaft nun zum größten Teil aus Dienstleistern und Industrieangestellten – Bauern hingegen, sind inzwischen so häufig vertreten wie früher Adlige. Gleichzeitig ist der Lebensstandard jeder Aldikassiererin, was die Versorgung mit Essen, Hygieneartikeln, Medikamenten etc., höher als der jedes Adligen des Mittelalters.

Ich bin damit nicht gegen eine Arbeitslosenversicherung, nur muss diese eben privat sein! Die Sozialversicherungen wurden den Arbeitnehmern aufgezwungen und der Zwang sich zu versichern kann nicht moralisch sein.

Warum auf einem freien Markt jeder mehr verdient:

Über die Verschwendung der Beiträge für Rente, Krankenversicherung und Co. habe ich ja bereits geschrieben, nun geht es um den Arbeitsmarkt an sich.

Der Arbeitsmarkt ist ein Markt wie jeder andere. Es herrschen Angebot und Nachfrage. Bin ich ein IT-Experte mit Masterabschluss und 5 Jahren Berufserfahrung bei SAP, wollen mich viele Unternehmen haben. Ich kann meine Arbeitskraft teuer verkaufen. Habe ich einen krummen Lebenslauf und weder eine Ausbildung noch besondere Fähigkeiten vorzuweisen, bin ich eher abhängig von  den Unternehmen. Ich bin froh einen Job zu bekommen und kann meine Arbeitskraft nicht teuer verkaufen.

Durch einen Sozialstaat, der Arbeitslosigkeit subventioniert, erhöht sich der Wettbewerbsdruck für Arbeitssuchende. Der Unternehmer kann schließlich sagen, dass es genug Arbeitslose gibt, die den Job gerne für weniger Geld machen. Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Arbeitsplätze gar nicht erst besetzt werden, weil beispielsweise der Kündigungsschutz ein zu großes Risiko für Arbeitgeber darstellt (http://www.presseportal.de/pm/51921/866019). In einem Land mit Vollbeschäftigung müssen Unternehmer viel stärker um Arbeitnehmer konkurrieren und dadurch steigen automatisch die Gehälter, eben synchron mit der Nachfrage nach Arbeitskräften.

Ich möchte hier nicht ausführen, warum auch der Mindestlohn mögliche Arbeitsplätze zerstört, aber wen das interessiert, der kann sich selbst schlau machen:

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass alles günstiger wird, wenn die Steuern und Abgaben sinken. Rechnen sie die Mehrwertsteuer runter und die Kosten für Bürokratie und Auflagen aller Art (Fenster im Pausenraum, sonst Betrieb dicht etc.). Das bedeutet, dass jemand, der in einem solchen System z.B. 1625€ verdient (was dem Mindestlohn von  8,50€ plus Arbeitgeberanteilen entspricht) eine viel höhere Kaufkraft hätte. Gehen wir von einer Ersparnis von 25% aus, läge sie bei 1,25*1.625€= 2.031€. Bei dem Aldimitarbeiter von eben wären es 1,25*2.200€= 2750€. Bevor jetzt jemand mit dem Beispiel der armen Friseurin kommt: Schaut euch an, was Arbeitgeber wie Aldi etc. jetzt schon zahlen! Rechnet dazu, was Friseure, Kellner etc. an Trinkgeld erhalten und findet euch damit ab, dass es in den meisten Gegenden zu viele Friseure gibt und die Menschen, die diese Berufe anstreben vorher wissen, dass man in diesem Bereich so verdient. Selbst Putzfrauen, die häufig (eben um keine Steuern und Sozialabgaben abdrücken zu müssen) schwarz arbeiten, bekommen in meinem Umfeld mindestens 10€ die Stunde! Wem das Geld zu wenig ist, das er für seine Arbeit bekommt, empfehle ich sich zu überlegen, was er tun muss, damit andere Menschen bereit sind mehr für seine Arbeitskraft zu zahlen und nicht welche Gesetze eingeführt werden müssten, um andere zu zwingen ihm mehr zu geben.

Es gibt keinen Anspruch darauf mehr von jemandem zu bekommen, als es diesem Wert ist.

Gefällt dir nicht? Lies ein Buch, bilde dich weiter, orientier dich um, zieh um! Du bist nicht bereit anderen Menschen etwas besseres zu bieten als aktuell? Dann bitte darum, dass andere Menschen dich durchfüttern, aber fordere nicht, dass andere Menschen dazu gezwungen werden deine Leistung in Anspruch zu nehmen (Taxigewerbe, Apotheken…) oder auf ihre Kosten subventioniert zu werden! Genau diese Prozesse führen ja dazu, dass sich an den Verhältnissen nichts ändert und eine Abwärtsspirale folgt. Wen man Geld aus Bereichen nimmt, die erfolgreich sind und es in Bereiche steckt, wo es nicht profitabel arbeitet, dann ist die Folge Stagnation bzw. Wohlstandsverlust.

JEDER Bereich, in dem der Staat als Retter oder verlässlich gesehen wird, kann privat besser organisiert werden. Es gibt nichts, was ein Staat günstiger oder besser bereitstellen kann. Man erhofft sich lediglich durch das Machtmonopol, Teil einer der Interessensgruppen zu sein, die sich durchsetzen.

Mein Vorschlag:

Als Freund der Freiheit lautet mein Credo: „Macht was ihr wollt, aber zwingt mich nicht mitzumachen!

Wer ein bedingungsloses Grundeinkommen möchte, der soll sich mit Gleichgesinnten zusammentun! Wer eine gemeinsame Krankenversicherung möchte, der soll das tun! Ich möchte das nicht! Wenn ich mein Leben lang in meinem Dorf leben möchte, möchte ich nicht für Autobahnen quer durch Deutschland oder den neuen Flughafen in Berlin bezahlen. Ich möchte selbst entscheiden, welche Leistungen ich in Anspruch nehme und welche nicht. Diese Freiheit wird mir genommen. Ich kann mein Leben lang sparen und vorsorgen und am Ende kann ich innerhalb weniger Sekunden einfach enteignet werden, weil mein Vermögen der aktuell eine Krise bekämpfenden Regierung zu viel ist und ich doch gefälligst 50% abgeben soll, weil ich ja eh genug habe.

Es sollte zumindest die Möglichkeit geben, aus dem Sozialsystem auszutreten, aber das kann ein Staat nicht zulassen, da natürlich viele seiner Melkkühe sofort das Weite suchen würden.

 

Abschließend ein sehr schöner Vortrag:

 

 

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This Post Has 14 Comments

  1. Hi Jasper, interessantes Blog! Eine ernst gemeinte Frage: Welche Partei wählt man als liberal denkender Mensch? Die FDP? Die ALFA-Partei (oder neu: Liberal-konservative Reformer)? Die Neue Liberale?

    1. Hey Juliane,
      danke für das Kompliment! Das freut mich sehr!
      Welche Partei wählen? Schwere Frage! Viele Libertäre sind vollkommen gegen Wählen. Ich mag ALFA und habe sie auch gewählt in Berlin. Komische Gestalten aber das beste Programm hat die Partei der Vernunft. FDP scheidet für mich aus, weil sie für mich eher SPD sind als liberal. Dennoch gibt es in der FDP den Liberalen Aufbruch und ein paar gute Leute, aber bis auf weiteres leider ohne Einfluss. Die neue Liberale gibt es doch nur in Hamburg oder?

  2. Die Argumentation in deinem Artikel ist etwas schwach. Du zeigst ein paar Beispiele für möglicherweise übertriebene Regulierung und leitest daraus ab dass Mindestlohn und Sozialversicherungen schädlich sind. Ich möchte hier nur auf ein paar einzelne Punkte angehen.

    Das Beispiel mit der staatlichen Haftpflicht ist dämlich. Wer mangels Haftpflicht pleite geht ist halt pleite. Das ist Pech für den Gläubiger, aber der Schuldner kann sein Leben normal weiterleben. Was wäre mit Leuten ohne Kranken-, Arbeitslosigkeit-, oder Rentenversicherung? Würdest du die sterben/verhungern lassen? Wir haben uns als Gesellschaft dagegen entschieden. Und wenn damit eh jeder über die Gesellschaft versichert ist, dann kann auch einfach jeder versichert sein. Wie gut das privat funktioniert sieht man ja bei privaten Rentenversicherungen.

    „Es gibt keinen Anspruch darauf mehr von jemandem zu bekommen, als es diesem Wert ist.“ Ja, gilt auch andersrum. Jede Arbeitskraft ist den Mindestlohn wert, weil dass die Geldmenge ist die das Bereitstellen der Arbeitskraft kostet.
    Wenn eine Firma nicht wettbewerbsfähig ist, muss sie den Betrieb einstellen. Für Menschen ist das keine Option, sie können ja nicht aufhören zu existieren und sind deshalb gezwungen jeden Lohn zu akzeptieren. Wenn eine Firma mit Preisen unter Produktionskosten andere Marktteilnehmer verdrängt nennt man das Dumping und ist schon länger generell verboten.

    „Durch einen Sozialstaat, der Arbeitslosigkeit subventioniert, erhöht sich der Wettbewerbsdruck für Arbeitssuchende. Der Unternehmer kann schließlich sagen, dass es genug Arbeitslose gibt, die den Job gerne für weniger Geld machen.“
    Ist es nicht eher andersrum? Wenn ein Arbeitnehmer keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben muss, hat er eine stärkere Verhandlungsposition. Ohne Sozialleistungen muss er jedes Angebot nehmen dass er findet. Die genug anderen, die es gerne für weniger machen würden, gibt es bei unqualifizierter Arbeit in beiden Fällen.

    Die Aufgabe von Sozialmaßnahmen ist nicht den Durchschnitt zu verbessern, sondern die untersten Perzentile. Es bestreitet ja niemand dass es Verbesserungspotential gibt, aber das heißt nicht dass es ohne besser wäre.

    1. Hey tentor,

      schade, dass du die Argumentation schwach fandest, das können wir vielleicht ja jetzt ändern 🙂

      1. Ich argumentiere, warum ein freier Markt genau die von dir angesprochenen Gruppen besser versorgen kann. Du würdest sie nicht sterben lassen und ich auch nicht, genau dieses Verantwortungsgefühl haben Millionen Menschen und schon die aktuellen Spenden würden fast ausreichen um diese Menschen zu versorgen. Niemand würde sterben gelassen werden. Ich verstehe dass da eine Angst ist, aber mir fehlt ein Argument, außer du gehst davon aus, dass kaum jemand sich dafür interessieren würde. Das Bedürfnis, dass es diesen Menschen gut geht wird genau so befriedigt werden wie andere Bedürfnisse auf Märkten am besten befriedigt werden.

      2.Wo wird ein Lohn gezahlt (plus Trinkgeld), von dem man ohne Steuern und Abgaben nicht leben könnte? Selbst ein 5€ Stundenlohn reicht dafür und es gibt Alternativen zu diesen Berufen und man weiß vorher wie viel man dort verdient. Was du eher meinst ist, dass jeder Anspruch auf einen bestimmten Lohn hat, den du persönlich gerecht finden möchtest. Objektive Gerechtigkeit gibt es nicht und wenn vor Ort kein Arbeitgeber ist, der genug zahlen kann, dann muss man eben in eine andere Region ziehen, Baden Württemberg zum Beispiel. Es ist unethisch Menschen zu beklauen um andere Menschen besser zu stellen. Der Markt sorgt automatisch dafür, dass Arbeit sich lohnt. Arbeitskraft kostet das, was zwei Menschen vereinbaren.

      3. Auf einem freien Markt gibt es keine Arbeitslosigkeit bzw. nur friktionelle. Arbeitsplätze werden durch Regulierungen und Sozialsysteme geschaffen. Unter Vollbeschäftigung steigen die Löhne automatisch so, wie ich sie beschrieben habe.

      Ich rechne genau vor, dass es Armut in der aktuellen Form nicht geben wird und warum es denen, die nicht arbeiten können besser geht als im aktuellen System. Was ich außen vorgelassen habe ist, der enorme Anstieg sozialen Engagements, weil der Staat es den Bürgern nicht mehr abnimmt sich um andere Menschen zu kümmern.

      Ich freue mich über logische Einwände, kann aber aus deinem Kommentar nichts substantielles ableiten, was meinen Aussagen entgegenstehen würde.

      Ich hoffe meine Gedanken wurden etwas klarer!

      Achja du siehst ja, dass es in Systemen solange sie einigermaßen frei sind Vollbeschäftigung gibt siehe Schweiz oder Deutschland bis ca. Ende der 70er, als die Sozialsysteme Stück für Stück das nötige Maß überschritten und Regulierungen immer selbstverständlicher wurden.

      Danke für deinen Kommentar!

      1. Eigentlich sollte ich garnicht schreiben, weil dieser Artikel schon ein bisschen Klick-bait ist.
        Zu mancher Überregelierung und unsinnigen Verboten zu beginn, keine Frage.
        Aber dieser ganze Sozialversicherungskram.

        Du postulierst, dass private Unternehmen die gleiche Leistung wie der Staat zu besseren Kosten liefern. Es mag sehr viele Beispiele geben, wo das auch stimmt. Denn private Unternehmen stellen den unwirtschaftlichen Betrieb ein. Bei Handys ist das auch sinnvoll. Bei der Gesundheit schon ein bisschen kritischer.
        Bei der Gesundheit sind wir Menschen gerne emotional. „Diese Person hat kaum Geld, die Behandlung zu bezahlen. Sie ist außerdem nicht Kreditwürdig, also werden wir die Behandlung auch nicht vorfinanzieren. Du kannst noch Jasper Quast anbetteln. Der spendet gerne. Alternativ können wir dir auch noch diese günstige OD anbieten, dann hinterlässt du deinen Nachkommen keine Schulden.“
        Ein bisschen Polemisch, aber konsequent zu Ende gedacht.
        Wie viel kostet es sich als Krebskranker privat zu versichern? Scherzfrage. Keine Versicherung würde jemanden nehmen, der sowas diagnostiziert bekommen hat, oder bei dem das wahrscheinlich auftreten wird. Klar, wenn ich als Krankenkasse nur die gesunden versichern muss, so kann ich das auch viel günstiger machen.
        Btw. der Arzt-Stundensatz ist für Privatpatienen 230% teurer als der Kassensatz. Einfach so, weil man bei privaten Kassen und privaten Konsultationen ohne Begründung(!) mehr Aufwand abrechnen kann. Wie soll das also für den Patienten günstiger werden?
        https://de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%BChrenordnung_f%C3%BCr_%C3%84rzte

        Streiche also die Annahme, dass private automatisch günstiger sind. Nehmen wir einmal an private und gesetzliche Krankenversicherunge kostet gleich viel. Das mag stimmen oder nicht, nehmen wir es einfach mal an. Im Moment sind die gesetzlichen günstiger. Das was sie teuer macht ist dass man arme Menschen etwas mehr unterstützt.

        a) Arme Menschen bezahlen keine Steuern und abgaben mehr. Dafür müssen Sie ihre Arztrechnungen selber zahlen. Bisher wurden sie über die KV durch besserverdiener unterstützt, sie waren ja bisher netto-nehmer. Sie bezahlen mehr.

        b) Arme Menschen nehmen eine Private KV, sie zahlen wenig weil sie gesund sind, haben etwas mehr in der Tasche sie konsumieren mehr. Dann werden Sie unheilbar krank, sie können die gestiegenen Beiträge nicht mehr bezahlen und stehen ohne Geld und ohne Versicherung da.

        Alle deine Vorschläge wie auch immer sie verpackt sind zielen darauf ab den armen Menschen weniger Geld zu bezahlen. Das ist ok, dazu kann man stehen. Aber tu nicht so als würdest du dich um die armen Menschen kümmern. Kinder mit faulen schwarzen Zähnen, mhm. Aber, hey, eigenverantwortung!

        Kennst du das libertarian Taxi? Das ist wirklich witzig.
        https://www.youtube.com/watch?v=fS1A8t34Cg0

        Bezüglich der Wahlen. Schwierig. Wählt man AfD, die sind ja wirtschaftsliberal und für mehr kontrolle und zwangsarbeit von Hartzern, so schwächt man die CDU. Das führt wahrscheinlich zu R2G.

        Die Umlagefinanzierte Rente ist übrigens um längen günstiger als die kapitalgedeckte. Viele niedrigere Verwaltungskosten. Google das einfach mal.

        Dass Deutschland nun mal viele alte Menschen mit hohen Rentenansprüchen hat ist nun mal so. Rotgrün hat das rentenalter ja angehoben. Ein Schritt in die richtige Richtung. Dann die Mütterrente und die Absenkung des Rentenalters von der GroKo…
        Das witzige in Deutschland ist ja, dass wir eine Demokratie haben und die alten Menschen schon jetzt in der Mehrheit sind und die höhere Wahlbeteiligung haben. Die können sich die Renten also beliebig hoch beschließen und wir bezahlen das.
        Da hilft wohl nur auswandern in Gesellschaften, die sich angemessen in auf den Demografischen Wandel vorbereiten.

        Das wäre btw mal ein guter Blogbeitrag. Recherchen zum Auswandern. Kanada ist im Moment mein Favorit.

        1. Hey WiMi,

          schön, dass hier eine richtige Diskussion entsteht 🙂

          Zum ersten Punkt: Du beschreibst perfekt, was du nicht gut findest und damit ein Bedürfnis, dass befriedigt wird. Du und ich auch würden selbstverständlich sofort Geld an Organisationen spenden, die sich um eben solche Menschen kümmern. Du brichst es, wie du selbst sagst, polemisch auf eine Einzelperson runter, die von mir Geld schlaucht. Natürlich bilden sich Organisationen, die sich um genau sowas kümmern. Das Problem das du schilderst erklärt sich eigentlich von selbst. Warum sollte jemand, der Krebskrank ist keine Krankenversicherung haben? Das Versichern gegen große Risiken wie diese kostet wenige Euro im Jahr siehe Haftpflicht und selbstverständlich kümmert sich eine Gesellschaft um Krebskranke, die nicht versichert sind. Du würdest dich kümmern und ich ebenfalls! Sind wir schonmal zwei 🙂 Menschen wählen schließlich Parteien, die sich genau darum kümmern, wieso sollte diese soziale Verantwortung auf einmal weg sein? Sie steigt eher!
          Deine Angst, dass viele Menschen keine Versicherung bekommen ist unbegründet, da auch diese schließlich eine Bedürfnisgruppe sind, mit der man Geld verdienen kann. Wer würde beispielsweise 2 Millionen Menschen nicht nutzen um Geld zu verdienen?
          Die Kosten die du beschreibst entstehen in einem überregulierten System in dem große Player Preise festsetzen. Sicher stimmst du mit mir überein, dass Preisfestsetzungen der größte Fehler in einer Marktwirtschaft sind? Setzt man Preise außer Kraft passiert genau dass, was du bei der Abzocke der Privatpatienten beschreibst. Interventionsspiralen bilden sich und die Unternehmen müssen schauen, wo sie das Geld sonst herbekommen. Gibt es Wettbewerb sinken die Preise automatisch, weil Ärzte und Unternehmen die geringeren Kosten an die Verbraucher weitergeben müssen um nicht von der Konkurrenz ausgestochen zu werden.
          Die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht günstiger! Es werden lediglich Preise festgesetzt und Umverteilt. Ein solches System neigt zu extremer Verschwendung. Was sagst du dazu, dass alte Menschen zum Blutdruck messen Praxen verstopfen? Das man für eine Krankschreibung zu einem Arzt muss? Was meinst du wie viel Prozent der Arztkosten jedes Jahr durch Erkältungen entstehen, weil die Menschen wegen sowas zum Arzt gehen? Würden sie das noch tun, wenn sie die direkten Kosten sehen würden? Es tut mir leid, aber es gibt kaum etwas verschwenderischeres und überteuerteres als ein staatliches Gesundheitssystem und mir fehlt jede Begründung ein so offensichtlich sinnloses Konstrukt als Alternative zu sehen.
          Braucht man einen Arzt mit Tagessätzen jenseits der 500€ um eine Erkältung zu diagnostizieren oder wegen anderen Wehwehchen? Reichen dafür nicht Menschen mit einer Ausbildung? Kann ein System von Preisfestsetzungen in irgendeinem Bereich funktionieren?
          Du machst meiner Ansicht nach den Fehler, dass du denkst Gesundheit wäre nicht ein Produkt wie jedes andere. Gesundheit ist ein Bedürfnis und zwar mit das wichtigste (Maslowssche Bedürfnispyramide) und dieses Bedürfnis wird nur dann optimal befriedigt, wenn Regulierungen und Lobbyinteressen wegfallen. Ich würde wegen einer Erkältung zu einer ehemaligen Krankenschwester an der Ecke gehen, die sich selbstständig gemacht hat und einfache Erkrankungen diagnostizieren kann, weil die private Krankenkasse ihr Zertifikat dafür anerkennt. Das ist in unserem System nicht möglich, wäre aber ein einfaches Beispiel wie Milliarden Euro gespart werden können.

          Ich rechne ja gerade vor, dass selbst arme Menschen nicht profitieren, da sie erst nach Abzug der Steuern und Abgaben arm sind.

          Unheilbar krank –> Haftpflichtprinzip, genau deshalb gibt es Versicherungen.

          Alle meine Vorschläge zielen darauf ab, dass auch die untersten in der Gesellschaft mehr verdienen und die die nichts verdienen können mehr Leistungen erhalten.

          Das Libertarian Taxi fand ich auch lustig. Du siehst allerdings, dass das Gegenteil der Fall ist. Taxifahrer werden in Apps bewertet und schlechte Taxifahrer nicht mehr in Anspruch genommen. Du hast die Auswahl. Es ist wie bei Fernbussen, danke Fernbusmarktliberalisierung! Ein Taxikartell zu unterstützen finde ich schwierig. Wie kann man jemandem verbieten, der Arbeitslos wird und ein Auto+Navi hat (das hätte ja sicher auch der schlechteste Taxifahrer) Taxi zu fahren um nicht auf Almosen angewiesen zu sein? Ich steige lieber in einen Renault Clio einer Privatperson, als in eine teure E-Klasse eines Taxikartellmitglieds und frage mich, wieso der Staat mir und dem Fahrer das verbietet. Ich liebe Kritik an Libertären Ideen, weil die Denkfehler meist offensichtlich sind!

          Ich bin gegen jede Form staatlicher Rentenunterstützung, weil hier immer bestimmte Gruppen auf Kosten anderer Profitieren, wie du ja auch beschreibst. Das Rentensystem ist ein legales Schneeballsystem und die Riesterrente schlichtweg kriminell. Keine Ahnung, wer die SPD damals geschmiert hat um das durchzukriegen. Um steuerfrei für die Rente zu sparen muss man Versicherungen Geld in den Rachen werfen und kriegt schlechte Produkte, während Menschen, die selbst anlegen von Anfang an besteuert werden. Klare Lobbypolitik genau wie im Gesundheitsbereich.
          Ich empfehle dir meinen Artikel zum Rentensystem wo ich auch vorrechne, dass es sich nicht mal für einen Mindestlohnempfänger rechnet.

          Die AFD hat noch ein paar liberale Überbleibsel, die sehr vernünftig sind, aber hat wie du schon andeutest viel Zwang im Programm mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Mir geht es um Wohlstand für alle.

          Kanada ist super! Mich zieht es in die Schweiz, aber auch Amerika ist natürlich immer interessant!

        2. Achja und die beiden in dem Video sind selbst Libertäre 🙂

  3. Ich persönlich mag es nicht angebettelt zu werden. Am Berliner Bahnhof Zoo gibt es keinen Eingang an dem man nicht durch Wolken von Urinausdünstungen kämpfen muss, um zur S-Bahn zu kommen. Ich es dein Wunsch Hartz4 abzuschaffen? Das hieße noch mehr Obdachlose und Bettler und Kinder, die auf der Straße aufwachsen. Das kann doch keiner wollen.
    Wer viel viel tragen kann, sollte auch viel Last von anderen Schultern nehmen.
    Die Arbeitslosenversicherung hat die Aufgabe den gesellschaftlichen Frieden zu erhalten. Wenn man mal gekündigt wird, hat man 6 Monate Zeit eine neue Stelle zu finden. Nur wenn das eigene Ersparte weg ist, bekommt man ja Hartz4.

    In den USA mag man weniger Steuern zahlen, aber wenn man dann die Kosten für Private Rentenversicherung, Kinderbetreuung, Ausbildung der Kinder, Private Arbeitslosenversicherung und so weiter abzieht, bleibt am Ende weniger übrig.

    Man schaue sich die BU an. Das ist eine Farce. Die einzigen Leute, die sich bezahlbar versichern können sind die, die es ohnehin nicht brauchen werden.

    Wenn du aus dem Sozialstaat austreten möchtet, nur zu. Aber ich halte es da nach Kant. Was wäre wenn das alle wirtschaftlich starken machen würden? Am Ende würden die Armen, Behinderten und kinderreichen übrigbleiben. Dann macht man eine schöne Gated Community auf, damit man die armen Schlucker nicht sieht und bezahlt eine Private Sicherheitsfirma um den Abschaum draußen zu behalten. Die Kinder müssen dann in gepanzerten Limousinen zur Schule fahren, weil die elenden Neider die Sonst entführen und etwas von dem Wohlstand erpressen. Willkommen in Brasilien. Das war jetzt etwas überspitzt dargestellt, aber deine Gedanken nur sinnvoll zu Ende gedacht.

    Bzgl. Krankenversicherung:
    In den USA werden etwas mehr als das doppelte für die Krankenversicherung ausgegeben.
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/infografik-gesundheitsausgaben-usa
    http://www.deutsche-gesundheits-nachrichten.de/2013/07/19/deutschland-bei-gesundheitsausgaben-im-oecd-mittelfeld/
    Ich frage mich, ob das mit einer wesentlich besseren ärztlichen Versorgung einhergeht.
    Dass die private Krankenversicherung Gesamtgesellschaftlich günstiger sein soll ist also eher fraglich.

    1. Hallo WiMi,

      Danke für deinen Kommentar 🙂

      ich möchte genau so wenig angebettelt werden und beschreibe ja gerade, wie es zu weniger Armut kommen kann.
      Was ich möchte ist ein System, das es jedem unausgebildeten Menschen ermöglicht in Wohlstand zu leben, solange er arbeitet. Die Frage ist nun, ob du und ich selbst entscheiden, nach welchen Kriterien sozial Schwache unterstützt werden sollen, indem wir das mit unserem Geld selbst steuern können oder ob das eine übergeordnete Instanz macht, indem sie uns Geld gegen unseren Willen abnimmt.

      In Amerika ist die Steuerlast nicht wesentlich geringer, weil sich hier der Staat bei den Einkommen der Bürger bedient um seinen Militärhaushalt zu finanzieren, was natürlich genau so abzulehnen ist.

      Vergleichst du die Durchsubventionierten Kosten der deutschen Krankenversicherung mit dem selben Angebot in Amerika mag es teurer sein (dafür ist die Qualität dort höher), allerdings übersiehst du eine Sache. Erstens ist auch dort das Gesundheitssystems von Oben bis Unten mit Regulierungen durchzogen und die Lobbies benutzen dort ihren Einfluss nicht weniger als hier. Zweitens übersiehst du, dass eine individuelle Auswahl der Leistungen selbstverständlich jedem Geldbeutel das beste für sein Leben ermöglicht. Ich würde mich sofort für 50$ im Monat so versichern, dass ich bei schweren Erkrankungen geschützt bin, aber kleinere Arztbesuche komplett selbst bezahlen muss.

      Zum einen sinken die Kosten durch den Abbau von Regulierungen und Interessenspolitik, weil Innovationen sich besser durchsetzen, die richtigen Anreize entstehen und Bürokratiekosten wegfallen. Zum anderen kann man so als junger Mensch beispielsweise eine günstige Versicherung abschließen, die einen vor schweren Schäden schützt, während man bei einer Erkältung den Arztbesuch selbst bezahlen muss. Nun kann jeder Mensch durch das Sparen der Beiträge in jungen Jahren bessere Vorkehrungen fürs Alter treffen. Wir haben in Deutschland eine Überinanspruchnahme von ärztlichen Dienstleistungen. Alte Menschen verstopfen die Praxen, sicher nicht selten als Beschäftigungstherapie oder für Dienste, die auch Menschen ohne Medizinstudium günstiger und besser (weil mehr Zeit) verrichten könnten.

      Es ist ein schönes Gedankenspiel, was ohne die massiven Regulierungen an günstigen und besseren Gesundheitsleistungen möglich wäre. Es gibt Statistiken und Ärzte, die davon sprechen, dass 30-40% ihrer Arbeitszeit für Bürokratie draufgehen. Jede Regel mag für sich sinnvoll und gut gedacht sein, hält aber Ärzte von ihrer Arbeit ab. Die Kosteneinsparungpotenziale im Gesundheitsystem sind gigantisch und die Kosten in jedem westlichen Land so unglaublich hoch WEIL es ein überregulierter Bereich ist.

      Du sprichst nicht von freien Ländern, sondern von zutiefst unfreien. Brasilien? Nein Danke! Eher die Schweiz wäre ein Vorbild. Dort siehst du, wie es allen besser geht, während sie zeitgleich sehr viel weniger Steuern bezahlen.

      Der Staat kann unmöglich etwas günstiger anbieten, außer er entwendet es den produktivsten Mitgliedern der Gesellschaft die ja schon das meiste für selbige tun durch ihre Tätigkeit.

      Jedem Menschen, der in einem Supermarkt ohne jede Qualifikation arbeitet hätte mehr in der Tasche und jeder Behinderte und Obdachlose eine bessere Versorgung. Mir fehlen Argumente, die belegen können, dass dies nicht der Fall ist. Ich finde die Mischung aus Staatsgläubigkeit und Misstrauen in die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen immer ein bisschen traurig. Genau so wie wir Parteien wählen, die armen Menschen ein gutes Leben ermöglichen sollen, genau so würden wir auch unser eigenes Geld nutzen um ihnen zu helfen. Der Unterschied ist lediglich, dass es freiwillig stattfindet und weniger Verschwendung zur Folge hat.

      Du siehst das Gegenteil aktuell in Deutschland. In unserem Land sind Millionen Menschen armutsgefährdet (relative Armut), weil ihnen nach Steuern und Abgaben zu wenig bleibt, um selbst vorzusorgen.

      Du siehst an meinem Beispiel, dass aktuell über 300€ für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden, wenn man 11,50€ die Stunde verdient. Hier kannst du dasselbe ableiten, wie aus meinem Artikel zum Rentensystem.

      Ich hoffe das klang alles nicht unfreundlich! Ich verstehe, dass meine Ansichten befremdlich sind und hoffe es stößt nicht zu übel auf! 🙂

  4. Hi Jasper,

    der Vortrag des deutschen „Wirtschaftsflüchtlings“ Titus Gebel ist echt Klasse, besser könnte man das nicht beschreiben, mir geht regelmässig die Hutschnur hoch wenn ich die Auswüchse des heutigen Sozialsystems sehe, es hat sich mittlerweile eine regelrechte Sozialindustrie ausgebildet.
    Mit Kritik daran hält man sich besser zurück, damit macht man sich keine Freunde 🙂

    liebe Grüsse aus der Schweiz von einer ebenfalls glücklich „Geflüchteten“,

    1. Hey Annabella,

      besonders Verfechter der Toleranz reagieren meist sehr ungehalten und absolut untolerant auf liberale Meinungen, aber das zeigt ja nur, dass die Argumente fehlen 🙂

      Irgendwann flüchte ich mit meiner Freundin auch! 😀

  5. Hi Jasper,

    ein interessanter und provokanter Beitrag! Ich bin in vielen Punkten ähnlicher Meinung wie du.

    Auf diese Grafik bin ich vor kurzem gestoßen. Sie passt perfekt zu deinem Beitrag: http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.2543026.1435577931!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/940×528/image.jpg

    Eine Kollegin / sehr gute Freundin von mir wird in 3 Monaten in die USA ziehen. Sie kam 2013 aus Indien nach Mannheim, schloss dort ihr IT-Studium ab und ging Anfang 2015 nach Berlin.
    Ihr Umzug in die USA hat viele Gründe. Einer ist der höhere Grad an Selbstbestimmung. Es ist lustig und macht Spaß, mit ihr über den deutschen Sozialstaat zu sprechen. Der amerikanische Lebensstil mit mehr Freiheit/Selbstbestimmung und weniger Sozialstaat passt besser zu ihr. Im Prinzip argumentiert sie ähnlich wie du.

    Viele Grüße, Stefan

    PS: Als ich im Vorfeld der Berlin-Wahl die Forderungen/Programme einiger Parteien las: „Kostenlose Kita-Plätze“, „kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel“, da platze mir die Hutschnur!
    Bei „alles gratis“ scheint bei einigen das Gehirn auszusetzen. Fragt sich eigentlich der Radfahrer, dass er die kostenlose Bahn-Nutzung mitfinanzieren müsste?

    1. Hey,

      da muss ich dir mal ein paar Bernie Sanders Memes schicken 😀
      Ich liebe Amerika! Die Militärausgaben sind ja leider nahezu äquivalent zu unseren Sozialausgaben, aber das Lebensgefühl, die Eigenverantwortung und dass es sogar eine libertäre Wählerschaft mit einem Potenzial von 5-30% gibt, sind krasse Faktoren!
      Mein Traum ist die Schweiz, ich bin nur unschlüssig ob einem da die Art der Menschen passt…

      Ja, die Leute denken allgemein nicht nach und das finde ich auch in Deutschland verheerend. Es gibt keine ökonomische Denkweise. In amerikanischen Talkshows ist immer jemand, der auf die Funktionen von Märkten hinweist, hier schaffen das ja häufig nicht mal Wirtschaftsprofessoren.

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