Zwei Jahre als Aktionär (Allianz, BASF, Facebook, Hugo Boss, Shell, Mindset…)

 

Nachdem ich Ende März noch einmal bei American Outdoor Brands nachgelegt habe (meine Analyse findest du hier →Link), stellt sich mir die Frage, in welches Unternehmen ich diesen Monat investieren sollte. Inzwischen ist meine Cashquote wieder bei über 30% und ich möchte sie lieber im Bereich von 25-30% halten. Sollte einer meiner Leser (oder auch eine meiner Leserinnen) eine Investmentidee haben, freue ich mich!

Da ich aktuell wenige Kaufkandidaten im Blick habe und mich darüber ärgere, dass mein Geld auf dem Konto liegt, anstatt für mich zu schuften, dachte ich mir es sei ein guter Zeitpunkt um die letzten zwei Jahre, in denen ich mich aktiv und tiefergehend mit dem Investieren auseinandergesetzt habe, Revue passieren zu lassen. Wie haben sich meine einzelnen Positionen entwickelt? Was habe ich für Lehren daraus gezogen? Habe ich meinen Stil gefunden?

Was für ein Typ bin ich eigentlich?

Es kann sein, dass mein Vorgehen an der Börse stark von Kostolany´s Büchern geprägt ist. Ich habe bei ihm gelernt, dass antizyklisches Handeln häufig belohnt wird und erkannte mich darin wieder. Es ist für mich schon als Kind klar gewesen, dass der beste Weg, um an ein Gameboy oder ein Super Nintendo zu kommen, ein Gebrauchtkauf ist und noch heute kaufe ich mir iPhones oder Notebooks, wie damals als kleiner Junge. Ich verkaufe mein iPhone 5s für 250 € und suche bis ich ein iPhone 6 Plus in einem super Zustand für 370 € gefunden habe. Anstatt also 500-600 € für ein neues zu kaufen, zahle ich 120 €. Für mich ist die Differenz, zwischen dem Wert eines nagelneuen Smartphones und eines gebrauchten mit einigen Kratzern auf der Rückseite, die ich wegen meiner Lederhülle niemals sehe, zu gering, als dass ich dafür mehrere hundert Euro ausgeben würde.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Kauft Kleidung nicht zur jeweiligen Saison! Denkt langfristig! Jeder sollte wissen, dass er im Winter eine neue Jacke, Handschuhe oder einen Wintermantel brauchen wird und kann sie sich zehn Monate früher im aktuellen Winterschlussverkauf besorgen. Ich liebe gute Kleidung und habe jetzt die Möglichkeit mir einen Mantel, den ich im November für 600 € hätte kaufen können, online für 179 € zu erwerben. Ich wusste schon als ich ihn anprobiert habe, dass ich diesen oder einen gleichwertigen Mantel in wenigen Monaten für einen Bruchteil des Preises kaufen kann.

Was hat das mit Aktien zu tun? Nun, jeder Euro, den man unsinnig ausgibt, wird sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln und verzehnfachen. Ich bin niemand der sich in Verzicht übt, ich sehe Alternativen und bin nicht festgefahren. Sollte ich ein Produkt unbedingt wollen, aber es zu teuer finden, dann schaue ich nach Alternativen und suche den besten Kompromiss. Sollte es keinen Kompromiss geben, bringt es einen auch nicht um,  wie bei meinem Mantel, einfach etwas zu warten. Stellt euch vor, ihr könntet euer ganzes Leben lang bei jedem Einkauf 20% sparen, einfach weil man tolerant genug ist auszuprobieren, ob die Haferflocken von Kaufland für 39 Cent anders schmecken, als das Markenprodukt für 1,19 €. Angenommen ihr werdet in eurem Leben jeden Monat, inklusive Einkäufen im Supermarkt, 1.000€ ausgeben, so könntet ihr jährlich 2.400 € einsparen, was bei einer jährlichen Rendite von 6%, in 20 Jahren knapp 90.000€  bringen würde, wenn man es stattdessen investiert.

Ich gehe bei Aktien genau so vor, wie ich es bei anderen Wertgegenständen und Produkten auch tue. Ich suche nach den Produkten, die meinen Kriterien entsprechen und kaufe sie nicht einfach sofort, sondern zu Zeitpunkten, zu denen es einen deutlichen Abschlag vom allgemein wahrgenommenen Wert gibt. Geduld ist eine Tugend! Verschiebt euren Konsum von jetzt auf später, kauft Alternativprodukte, die euch eine ähnliche Befriedigung verschaffen und denkt daran, was ihr dafür in 20 Jahren als Belohnung erwarten könnt. Überlegt, ob ihr nicht im Monat 200, 300 oder 500 Euro investieren könnt und rechnet ein bisschen rum, was ihr dafür erwarten könnt. Nehmt eure Zukunft selbst in die Hand und verlasst euch nicht auf die Rentenkasse.

Meine Investmenthistorie

Hugo Boss

Der Turnaround nimmt langsam Form an, die Dividende wurde von 3,62 € auf 2,60 € gesenkt, was für mich bei einem Einstandskurs von 51,70 € eine Dividendenrendite von rund 5% ausmacht. Mir gefällt das Agieren des Unternehmens und ich glaube an den Wandel. Die Jahresrendite liegt, inklusive Dividenden, aktuell bei 42%. Meinen Beitrag findet ihr hier: Aktien analysieren: Hugo Boss Aktie im Schnell-Check

BASF & Allianz

Bei diesen beiden Kandidaten tue ich mich etwas schwer. Es waren günstige Gelegenheiten, die ich aufgrund meines bereits hohen Cashanteils, dem Mangel an Alternativen, den netten Dividenden und der kleinen Positionsgröße in absehbarer Zeit nicht abstoßen werde. Sobald ich größere Käufe tätige werden diese Positionen aufgelöst um meinen Cashanteil wieder zu erhöhen, da beide Unternehmen aus meiner Sicht nicht mehr attraktiv bewertet sind. Die Werte weisen, inklusive Dividenden, aktuell eine Jahresrendite von 42% und 52% auf.

Facebook

Wer Facebook günstig gekauft hat, sollte die Aktie in den nächsten Jahren nicht aus der Hand geben, weil sie mit Google und Amazon das Internet dominiert. Wir haben hier drei Burggrabenunternehmen, die ich aktuell jedem ETF-Sparplan vorziehen würde. Mit Facebook, Instagram und Whatsapp haben Aktionäre hier Anteil an einer Cashflowmaschine, die darauf wartet entfesselt zu werden. Frei nach Buffets Mantra: „Anstatt schlechte Firmen zu einem großartigen Preis zu kaufen, kaufte ich lieber großartige Firmen zu einem guten Preis.“. Seit 2015 weist dieser Kauf eine Rendite von aktuell 144% auf.

Shell, TGS NOPEC, DBX-Trackers Oil & Gas ETF

Meine Ölwerte halte ich brav, hier gab und gibt es, meiner Meinung nach, ein großartigen Aufwärtspotenzial. TGS NOPEC ist ein halbes Jahr nach meinem Kauf um 32% gestiegen, während mir Shell nach anderthalb Jahren, inklusive Dividenden, eine Rendite von 21,6% gebracht hat. Der ETF ist seit Ende Juni 2016 um rund 34% gestiegen.

Chipotle

Bei diesem Titel wird sehr kontrovers diskutiert, ich empfehle die Diskussionen bei SeekingAlpha zu verfolgen. Ich glaube an einen Turnaround, an das Konzept und starke Wachstumsmöglichkeiten. Aufgrund der starken Volatilität ist das aktuelle Plus von 17%, seit Herbst 2016, bedeutungslos. Hier entscheiden die nächsten Jahre, ob es ein Erfolg wird oder nicht.

American Outdoor Brands

Hier lassen sich ebenfalls keine Rückschlüsse über die Performance ziehen, da ich erst seit Anfang März investiert bin. Mir ist egal, wie es hier kurz- oder mittelfristig hoch und runter geht, weil ich weiß, dass ich eine meinen Erwartungen entsprechende Sicherheitsmarge gewählt habe.

Novo Nordisk

Mein Performancekiller ist und bleibt Novo Nordisk, da hier knapp 16% meines Portfolios gebunden sind und ich mit 11% im Minus bin. Aktuell ist Novo Nordisk nur optisch günstig, aber sowohl aktuell als auch zu meinem Einstandspreis sollte es für 6-9 % Rendite p.a. reichen. Nach wie vor dominiert Novo Nordisk seinen Markt, der ebenfalls nach wie vor ein gigantischer Wachstumsmarkt ist. Meine Prognose ist, dass zuerst eine, dem Markt angemessene, höhere Bewertung erfolgen wird und im Laufe der nächsten Jahre auch das Wachstum wieder anzieht. Die starken Wachstumsphasen der Vergangenheit werden wir eher nicht mehr sehen und die Margen werden wohl sinken, aber das ändert nichts daran, dass es ein unglaublich erfolgreiches und profitables Unternehmen bleibt.

Commerzbank

Die Commerzbank dümpelt nun seit Jahren vor sich hin und ist mein größtes Verlustgeschäft. Sie macht trotz des Verlustes von knapp 42% immer noch knapp 8% meines Portfolios aus, daher gilt auch bei ihr, dass ich verkaufe, sobald meine Cashquote niedriger ist. Sollte es jemanden interessieren, kann ich mich aber auch mal an eine Analyse wagen und komme eventuell zu dem Schluss, dass sie aktuell relativ gut bewertet ist. 😀

ETFs

Mein ETF-Sparplan auf die Emerging Markets, den ich von Anfang 2016 bis in den Herbst 2016 bespart habe, hat sich in etwas über einem Jahr um 25% gesteigert.

Mein Anfängerfehler, der Deka Maximum Dividend ist inzwischen wieder im Plus, da ich aber einen großen Anteil seit den Höchstständen vom Sommer 2015 im Depot liegen habe, kann ich mich nicht so recht darüber freuen. Als Ausgleich dafür erhalte ich aber auch dieses Jahr sicher wieder zwischen 5 € und 7 € Dividende, was bei einem Einstandskurs von 88,51 € eine Dividende von 5,5-8% bedeutet. Wer sich damit beschäftigen möchte, warum Dividenden ETF häufig eher ungeeignet sind, wenn man eine hohe Rendite erzielen möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Wertpapierforum! Sollte ich bald wenig Cash haben und verlustfrei verkaufen können, werde ich das tun. Mit Novo Nordisk und der Commerzbank ist auch diese, bis jetzt, nicht besonders rentable Position mit rund 10% meines Depotwerts überrepräsentiert.

Mein Lyxor ETF auf die russische Privatwirtschaft schwankt aufgrund der politischen Gemengelage stark, allerdings weit oberhalb des Kaufniveaus. Seit Anfang 2015, dem Höhepunkt der Krimkrise, an dem ich meine Anteile erwarb, stieg der ETF um 36,6%.

Der Griechenland ETF ist eine Spielerei gewesen und seit meinem Kauf vor rund zwei Jahren um 21% gefallen.

Die Zeit vor 2016

Ende 2014, Anfang 2015 machte ich meine ersten aktiven Schritte an der Börse, auch wenn ich vorher hier und da einen Kauf oder Verkauf tätigte. In diesem Zeitraum kaufte ich Lufthansa, VW, BMW, Facebook, den DEKA-, Russland- und Griechenland-ETF und RWE. Mein einziges Kaufkriterium war das KGV und ein paar Texte von Finanzen.net – ziemlich dürftig! Wörter wie „DCF-Verfahren“, „Multiplikatormethode“, oder Kennzahlen wie ROCE oder EV/EBIT, hatte ich weder gesehen noch gehört. Ich konzentrierte mich auf eine hohe Dividendenrendite und ein niedriges KGV, was auch die meisten meiner damaligen Käufe erklärt. 🙂

Während ich VW, BMW und Lufthansa mit kleinen Gewinnen und Verlusten verkaufte, verlor ich mit RWE knapp 50% meiner Investition und einen großen Teil meines Depotwerts. RWE war für mich, mit der Commerzbank, der Startschuss mehr über das Investieren zu lernen.

Ich bin RWE und der Commerzbank dankbar, weil sie mir den Tritt in den Hintern versetzt haben, den ich gebraucht habe. Während die planlosen Käufe der anderen Unternehmen mir nur leichtes Unwohlsein bescherten, wenn ich auf die Stabilität meiner ETF schaute, führten die hohen Verluste der zwei Investments dazu, dass ich mich machtlos und unwissend fühlte. Jede Illusion von Wissen und Kenntnissen verpuffte.

Ich bin mir heute bewusst, dass ich noch unglaublich viel zu lernen habe, aber ich besitze inzwischen gute Fähigkeiten, um meine Investitionsentscheidungen, wie meine Konsumentscheidungen, zu fällen. Ich möchte sehr gute und gute Produkte zu guten Preisen – besser noch zu Schnäppchenpreisen.

Fazit

Meine Investments von 2016 bis heute waren ein voller Erfolg, aber meine Altlasten Commerzbank und Deka Maximum Dividend ziehen meine Performance leider stark nach unten, weil sie fast 20% meines Portfolios ausmachen. Mit Novo Nordisk sind wir dann schon bei etwas über einem Drittel meines Depots, das sich (noch) nicht zufriedenstellend entwickelt hat.

Ich werde in den nächsten Monaten und Jahren immer mal wieder Rückblicke verfassen und dabei auch Verluste und Fehlinvestitionen gnadenlos angeben, da ich hier nicht den Superinvestor spielen möchte. Ich betrachte Fehler als Grundlage zukünftigen Erfolges und habe kein Problem damit sie offenzulegen.

Das letzte Jahr und vor allem die Rally der letzten Monate sagt Nullkommanichts über meine Fähigkeiten aus, in fünf bis zehn Jahren wird man langsam sehen können, wie gut ich war und da ich meine Käufe hier alle offenlege, wird es auch stets überprüfbar sein. Meine absoluten Werte werde ich nach meinem Studium ebenfalls angeben. Ich plane dann monatlich alle wichtigen Daten, in Form von Screenshots, aus meinem Aktienverwaltungsprogramm PortfolioPerformance, auf meinem Blog zu posten. Selbstverständlich biete ich dann auch immer die aktuelle Portfoliodatei zum Download an.

 

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This Post Has 15 Comments

  1. Hallo Jasper,

    wie wäre es mit einem Update zur Entwicklung der Aktie von AOBC? Ich finde das Unternehmen hochspannend und bin von den Kursverlusten der letzten Wochen umso überraschter. Wäre interessiert, was Du dazu sagst.

    Viele Grüße und Gratulation zu diesem großartigen Blog,

    Cons

    1. Hey Cons,
      ich danke dir für die lieben Worte!
      Warum genau Kurse kurzfristig steigen oder fallen – keine Ahnung! Ein möglicher Grund kann die wie immer sehr konservative Guidance sein und der Fakt, dass die Branche im Moment strauchelt. Ich setze auf die guten Kapitalallokationsfähigkeiten von CEO Debney, aber kann natürlich auch falsch liegen. Sollten Gewinne/Cashflows dir auch bei einem zwischenzeitlichen Sturz um 20-30% reichen sehe ich keinen Grund zur Sorge. Ich persönlich sehe keinen Grund, warum AOBC nicht weiterhin ein erfolgreiches Growth-Unternehmen bleiben sollte, aber verstehe die Angst um sinkende Waffenkäufe und leidende Margen durch Zukäufe im Outdoorbereich (wobei die Margen bis jetzt dadurch ja nur gestiegen sind –> man kauft schließlich nicht ohne Grund nur Marktführer).
      Solltest du über das erste Quartal verwundert sein empfehle ich dir die Lektüre des Conference Call´s ich glaube die Begründung waren Inventarkäufe, was z.B. an vielen Neuentwicklungen, den Akquisitionen oder günstigen Preisen liegen kann. Ich persönlich werte einzelne Quartale aber nicht, solange sich nicht substanziell etwas verändert. 🙂

      Liebe Grüße
      Jasper

  2. Wann wirst du deine Performance mit PP veröffentlichen?

  3. Hallo tolle story weiter so.
    ich besitze anteile vom FANG‐Index wäre das nichts für dich ?
    Gruß Alex

    1. Hey Alex,
      danke, ich gebe mein Bestes!
      Die Idee des Indexes finde ich super, allerdings halte ich mich von Zertifikaten fern und finde, dass Netflix dort nichts zu suchen hat. Bei den anderen drei Unternehmen warte ich aber sowieso nur auf gute Kaufkurse und werde sie langfristig sowieso im Depot haben!
      Da es ein Zertifikat ist, das nach klaren Kriterien arbeitet ist dieses Vehikel aber sicherlich anderen vorzuziehen!
      Liebe Grüße
      Jasper

  4. Hi,
    Du hattest nach Ideen gefragt:
    – Ich halte Aktien von Schloss Wachenheim AG – keine Explosionserwartungen natürlich aber ich verspreche mir kontinuierliche, solide Wertsteigerung.
    – Dann habe ich noch Dürr AG und hatte damit wohl ein glücklicheres Händchen, als ich erwartet hatte. Kann aber gut sein, dass die besten Jahre nun vorüber sind – ich bleibe jedoch Buy and Hold und verkaufe nur in Ausnahmen.
    – Und VW halte ich nach wie vor für eine Überlegung wert – der Skandal wird sich nicht mehr weiter ausweiten und es sind ja längst nicht alle Marken betroffen. Insofern erwarte ich mir hier eine ordentliche Steigerung sobald sich wieder alles erholt hat.

    Danke für den Block und die Podcasts,
    Grüße, Tobias

    PS: Versehentlich habe ich nach dem Kommentar auf Kommentar abschicken geklickt ohne NAme udn EMail einzugeben. Dann ist ja alles weg – wie ärgerlich! Kann man das nicht ändern so dass man gar nicht weiterklicken kann, aber das eingegebene noch vorhanden ist?

    1. Hey Tobias,

      danke für deinen Kommentar und die Empfehlungen!

      Schloss Wachenheim habe ich schon öfter als Empfehlung gesehen aber frage mich bei oberflächlicher Betrachtung, was genau attraktiv an dem Unternehmen sein soll, da die Profitabilität zu wünschen übrig lässt. Der hohe Free Cashflow und die niedrige Bewertung scheinen zwei Gründe zu sein (http://valueinvesting2020.blogspot.de/2015/05/schloss-wachenheim-ag-aktienanalyse.html). Ich finde das Geschäftsmodell leider zu uninteressant und mir fehlt hier Preismacht und ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern. Solltest du eine stichhaltige Begründung haben oder kennen, warum man hier investieren sollte freue ich mich riesig!

      Von Automobilzulieferern möchte ich mich eher fern halten. Hier stören mich die niedrige Preismacht, hohe Abhängigkeit und vor allem, dass sie meist nichts anbieten, was nicht ohne großen Aufwand von der Konkurrenz ebenfalls verkauft werden könnte. Continental ist für mich da eine kleine Ausnahme, aber sonst sind Automobilhersteller und ihre Zulieferer für mich eher uninteressant.

      Bei VW konnte man sicher gut „antizyklisch“ handeln, aber leider bin ich weder von dem Unternehmen, noch von der Branche überzeugt. VW macht für mich so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Vielleicht bewegt sich dieser Markt auch ausserhalb meines Circle of Competence, aber ich sehe den nötigen Kapitalaufwand, die geringen Margen, die hohe Konkurrenz, die Verteilung der Marktanteile der Zukunft etc. eher pessimistisch. Den „antizyklischen“ Gedanken finde ich aber super und man wird sicher bei einigen Unternehmen richtig liegen und schöne Dividenden einfahren!

      Was die Kommentare angeht bin ich auch etwas unzufrieden, da manche Leser mir bereits gesagt haben, dass sie gar nicht die Möglichkeit haben, Kommentare zu hinterlassen. Ich werde, sollte ich mal etwas mehr Freizeit haben, schauen was ich da machen kann! Danke für den Tipp!

      Liebe Grüße und viel Erfolg
      Jasper

  5. Finde gut, wie du dir die A(ktien)-Hoernchen abstoesst.
    Mache zur Sicherheit ruhig mit ETF-Sparplaenen weiter/baue sie aus, dass du in
    “ in fünf bis zehn Jahren wird man langsam sehen können…“
    nicht die gesamte Investitions-Zeit „verloren“ hast … 🙂

    Aber da du schlau bist, wird’s ja vielleicht auch ein Erfolg?!
    Oder du wirst als Stock-Picker entdeckt und bekommst sogar ein Angebot als Fonds-Manager?

    Ich habe es nicht geschafft mittelfristig bessere Aktien zu picken. Habe mich aber auch nicht so reingekniet wie Du. Und der Crash Apr.2000-Mrz.2003 hatte mir das gaenzlich ausgetrieben.
    Aber es gibt auch mit ETF-Sparen ein Happy-End 🙂

    1. Hey Joerg,

      ETF-Sparpläne lasse ich prinzipiell nur laufen, wenn ein Markt (relativ gesehen) günstig bewertet ist. Aktuell halte ich da lieber die Füße still, aber es kommen ja immer mal wieder Branchen oder Nationen die abgestraft sind. Ich denke mit der Ölindustrie letztes Jahr, den Emerging Markets davor und Russland zur Krimkrise, konnte man wenig falsch machen. Fallen die Kurse der westlichen Leitindexe werde ich aber definitiv wieder Sparpläne anlegen!

      Tatsächlich möchte ich nach meinem Studium in diesem Bereich arbeiten und mich beruflich mit der Bewertung von Unternehmen auseinandersetzen.

      Schön und bewundernswert, dass du nach dem Crash damals trotzdem weiter investiert hast! Ich bin schon gespannt, wie ich mich in einem Crash verhalten werde und werde mir ein Beispiel daran nehmen!

      ETF sind ein super Mittel zum Vermögensaufbau, dass einen festen Platz in meinem Investmentuniversum eingenommen hat.

      Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe es bleibt bei dem Happy-End! 🙂

      Grüße
      Jasper

  6. hi Jasper,

    spannende Geschichte, aber warum möchtest Du BASF verkaufen? die würde ich liegenlassen und die Dividenden kassieren, also ich werde mir die demnächst ins Depot tun…. ist kein Schnäppchen aber auch nicht völlig überbewertet.
    schönen Abend noch 🙂

    1. Hey Annabella,
      lange nichts gehört von dir! 🙂
      BASF ist einer super Unternehmen, aber Profitabilität und Wachstumsaussichten genügen meinen Ansprüchen nicht, auch die hohe Rohstoff- und Konjunkturabhängigkeit gefällt mir nicht. Es ist ein Unternehmen, dass ich gerne wieder günstig kaufe, aber nicht überbewertet halten möchte.
      Liebe Grüße
      Jasper

  7. Hi, interessant zu lesen wie dein Werdegang so war – unterscheidet sich gar nicht so sehr von meiner Geschichte wenn man es genau nimmt. Ich habe auch am Anfang vur auf KGV und Dividende geguckt und mit einigen eher schlechten Unternehmen angefangen und meine Lehrgelder (bei mir z.B. E.on und Deutsche Bank).
    Hast du was die Anlagemöglichkeiten angeht mal außerhalb der Standardmärkte (Ich sage mal Deutschland und angelsächsischer Raum) geschaut? Ich denke dass es in einigen Ländern bessere Möglichkeiten gibt als hier.

    1. Hey Tobi, zuerst einmal Respekt für deinen Blog. Gefällt mir sehr gut!
      In der Tat finde ich einige Unternehmen aus Japan sehr interessant, allen voran Shimano. Die Emerging Markets decke ich lieber mit einem ETF ab. Den wenigen politisch akzeptablen Ländern wie Singapur bin ich nicht abgeneigt, sollte mir einmal ein gutes Unternehmen aus so einer Region unter die Nase kommen, bin ich gerne bereit genauer hinzuschauen, aber ist es dort nicht in der Regel wie in Japan, dass die Aktien ähnlich hoch bewertet sind?
      Da in der Regel aber mehrmals im Jahr gute Kaufgelegenheiten und Korrekturen in der westlichen Welt zu finden sind, liegt mein Fokus ganz klar hier! Die Welt der westlichen Small Caps grase ich vorher ab. 🙂

      1. Einen ETF auf Schwellenlandaktien halte ich auch für keine schlechte Idee, nur ist mir das zu langweilig^^
        In Japan sind die Aktien nicht unbedingt hoch bewertet, nach meinem Gefühl gibt es sogar sehr viele Schnäppchen. Aber der Markt ist gleichzeitig auch viel ineffizienter als bei uns, und gerade bei kleinen Unternehmen stehen die Aktionäre nicht unbedingt im Vordergrund. Die wenigen wirklichen Wachstumsunternehmen mit hoher Qualität sind dann tatsächlich auch sehr hoch bewertet. Singapur (oder Malaysia was auch auf meiner Liste wäre) hab ich mir noch nicht so detailliert angeschaut…
        Letztendlich glaube ich aber ebenfalls dass man hier mit Geduld sehr gute Gelegenheiten erwischen wird, ich bin gespannt was du in Zukunft so ausgräbst 😉

  8. Das hört sich sehr interessant an.
    Eigentlich sind 2-3 Jahre aufgrund des langen Anlagezeitraums eigentlich keine lange Zeit, doch bereits in so kurzen Zeiträumen kann viel passieren. Ich kann es auch nicht fassen, dass ich noch nicht mal seit einem Jahr in Aktien (besser gesagt ETFs) investiere.

    Ich bin auch der Meinung, dass Fehler dazugehören und wir nur aus diesen etwas lernen können.
    In 5 Jahren wirst Du auf das Depot blicken und über die ersten Jahre nur schmunzeln.

    Schöne Grüße
    Dominik

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