Schach spielen verbieten? Studenten als Bedrohung einer freien Gesellschaft

Warum sind eigentlich meist jene, die vorgeben tolerant zu sein, die intolerantesten und extremistischsten unter uns?

Wer sich die 68er Bewegung in Deutschland oder die aktuellen Social Justice Warriors in den USA anschaut, der wird schnell erkennen, dass es sich bei solchen Gruppen stets um extrem intolerante, ideologisierte Menschen handelt. Mein Kerngedanke, wenn ich durch Uni´s laufe ist meist, dass man nur schauen muss was die lautesten Studenten politisch und wirtschaftlich fordern, um zu sehen wie es nicht gemacht werden sollte.

Sie sind das beste Beispiel dafür, auf was für einer Stufe der Dekadenz unsere westlichen Gesellschaften angekommen sind. Die moralische Überhöhung durch Dämonisierung anderer Gruppen und Meinungen wird im folgenden so auf die Spitze getrieben, dass perfekt klar wird, dass es offensichtlich keine richtigen gesellschaftlichen Probleme mehr gibt.

Der AStA Hannover diskutiert nun darüber Schach zu verbieten. Man kann es sich natürlich selbst herleiten, wenn man diese Menschen kennt. So sind schließlich nur weiße und schwarze Menschen enthalten, die auch noch gegeneinander kämpfen und das Spiel stammt ursprünglich aus Persien, weshalb weiße Völker es nicht nutzen sollten. Außerdem ist es natürlich Ausdruck eines schrecklichen Klassendenkens! Die Bauern werden immer zuerst geopfert und haben kaum einen Wert, während der König bis zum Schluss geschützt werden muss! Ein schönes Stück Realsatire und selbst wenn jemand es dem AStA nur in die Schuhe geschoben hat, spiegelt es doch das Weltbild sehr gut wieder, das in Studentenkreisen immer weiter um sich greift. Ich hoffe jedenfalls, das es nur ein Rebellionsversuch gegen die vorherrschende Gruppierung innerhalb dieser Gruppe ist. Ich kopiere einfach mal die PDF des AStA´s Hannover!
Nachtrag: Es ist offensichtlich wirklich ein Scherz, wer dem genauer auf den Grund gehen möchte kann sich den Link ja mal zu Gemüte führen: http://www.asta-hannover.de/2016/11/07/studentische-vollversammlung-2016/

Auch lustig: http://www.asta-hannover.de/wp-content/uploads/2016/11/Studentische-VV-Genderantrag.pdf

Ich sehe das Ganze als Anlass meine Gedanken zur Allgemeinen Entwicklung im politischen Umgang miteinander mitzuteilen.

„Begründung:
1. Cultural Appropriation (kulturelle Aneignung)
Bei dem Schachspiel handelt es sich um ein Produkt kultureller Aneignung aus dem persischen Kulturraum. Das Spiel wird dadurch aus seinem sozio-kulturellen Zusammenhang gerissen und völlig verfremdet.

2. Rassismus

Im Schach existieren nur zwei, jeweils in sich homogene, Gruppen von Spielfigur*innen, die sich lediglich durch ihre Färbung unterscheiden. Die Vernichtung der jeweils anderen Gruppe* als einzige Siegmöglickeit ist eine starke Parallele zu rassistischen und anderen menschenfeindlichen Ideologien.

3. Sexismus und patriarchale Strukturen

Die Figur/innenkonstellation*, bzw. FigurInnenkonstellation* ist im Schach nicht quotiert. Es existiert lediglich eine weibliche* Figur, die den König beschützen muss und im Gegensatz zu diesem geschlagen werden kann. Insofern ist weder ein zahlenmäßiges noch ein rechtliches Gleichgewicht zwischen den angeblich einzigen beiden existierenden Geschlechtern gegeben.

4. Gewaltverherrlichung / Förderung der gewaltbasierten Konfliktlösung

Schach ist ein gewaltbasiertes Spiel, in dem zur Eliminierung gegnerischer Figur_Innen* keine Alternative besteht und das nicht auf eine harmlose Art spielbar ist.

5. Kriegsverharmlosung

Beim Schach erleben die SpielerInnen* den Krieg in einer abstrahierten und konsumierbaren Form. Dadurch entsteht ein positiv verzerrtes Bild, welches eine kritische Haltung langfristig erschwert.

6. Förderung des Klassendenkens

Die Bauern werden im Schach immer zuerst vorgeschickt und geopfert. Die einzige Möglichkeit zum Aufstieg besteht im Erreichen des gegnerischen Spielfeldrandes. Hierdurch wird der Eindruck vermittelt, dass ein persönlicher und gesellschaftlicher Aufstieg nur durch bedingungslose Aufopferung für das System erreicht werden kann.

7. Stärkung monarchistisch-militaristischer Denkstrukturen

Das gesamte Weltbild innerhalb des Schachspiels ist auf eine einzige Person* und deren militärische Erfolge ausgerichtet und nicht auf das höchstmögliche Gemeinwohl. Belange von Benachteiligten oder Minderheiten* sind nicht von Interesse.

8. Förderung eines beschränkten Weltbildes

Das Schachspiel findet in einem leicht überschaubaren Rahmen in vorgegebenen Mustern statt. Die Fähigkeit, neue Sachverhalte in das eigene Weltbild zu integrieren und altbekannte Muster zu durchbrechen, wird durch das Schachspiel konsequent abtrainiert.

10. Bipolares Weltbild

Das Schachspiel führt zu einem Verlust der Differenzierungsfähigkeit durch Schwarz-Weiß-Denken durch die konsequente Einübung und Anwendung eines bipolaren Weltbildes. Da weiß* immer anfangen darf, wird dem Spieler*in auch noch das letzte bisschen Entscheidungsfreiheit abgenommen.

11. Diskriminierung

Das Schachfeld ähnelt vom Muster her dem gefliesten Boden eines Küchenbereichs. Nur in diesem Bereich ist es der Dame* gestattet, sich frei zu bewegen.
Dieser Umstand stellt eine feste Positionierung der Frau* in eben diese Bereiche des gemeinsamen Zusammenlebens dar. Daher ist ein emanzipiertes Weltbild in der Welt des Schachs weitgehend eingeschränkt.

12. Pervertierung von Transsexualität

Im Schachspiel kommt ein Wechsel des Geschlechts nur dann in Frage, wenn ein Bauer* das gegnerische Ende des Spielfeldes erreicht und zur Dame* wird. Die Umwandlung des Geschlechts dient ausschließlich der Erweiterung der Bewegungsmöglichkeiten der Figurx und damit der militärischen Stärkung des Spielerx. Dadurch wird assoziiert, dass sich die Wahl des Geschlechts dem Nutzen für die Gesellschaft* unterzuordnen habe.

→ Insgesamt erschafft das Schachspiel also einseitig denkende Mensch/innen mit geschlossenem Weltbild, starken Vorurteilen und einer völlig verzerrten Vorstellung davon, wie die Gesellschaft* funktioniert. Gerade eine Universität muss die Fähigkeiten, die für die Erhaltung und Weiterentwicklung einer liberalen und demokratischen Zivilgesellschaft so wichtig sind, wie z.B. Diskussionsbereitschaft und geistige Flexibilität aktiv fordern und fördern und verhindern, dass diese durch eine bipolare, menschenfeindlich-militaristische Weltvorstellung ersetzt werden.

Schachverbot jetzt! – für eine gerechtere Welt!!!“

Mein Fazit:

Ich denke es erklärt sich alles selbst und man kann selbst seine Schlüsse daraus ziehen. Ich merke als Berliner regelmäßig, dass Studenten sich häufig in eine Parallelwelt hineinsteigern, bis alles auf sie selbst zutrifft, was man z.B. AfD-Leuten vorwirft. Man schottet sich ab, diskriminiert andere Meinungen und schürt Hass und Ängste. Jeder ist ein Nazi, alles ist Rassismus und wer versucht zu begründen warum das Unsinn ist wird beleidigt und angeschrien. Ein guter Freund von mir wurde vor einigen Jahren in einer berliner Club-Bar verprügelt, weil er meinte, er hätte CDU gewählt. Die Militanz vieler Linker erschreckt mich jedes mal auf´s Neue, aber ist natürlich auch logisch, denn man kann es natürlich für sich selbst rechtfertigen Gewalt auszuüben, wenn man sich selbst als gut und den anderen als böse ansieht. Das finde ich widerlich!

Man kann sich mal den Spaß machen und bei YouTube nach Prügelvideos vor und nach der US-Wahl suchen. Egal wie man es eingibt, man findet fast ausschließlich Videos, in denen Trump-Supportern Gewalt angetan wird.

Selbst wenn ich eingebe „Clinton supporters attacked“, finde ich KEIN Video, auf denen Clinton-Unterstützer angegriffen wurden. Wer mit offenen Augen die Wahlen verfolgt hat wurde täglich mit Videos konfrontiert in denen man zusehen kann, wie selbst Frauen von pöbelnden Gruppen geschlagen  oder Männer aus Autos gezerrt und verprügelt werden.

Ich finde traurig, dass ganz allgemein, meist die Gruppen Hass schüren und gewalttätig werden, die es anderen Menschen vorwerfen. Die moralische Überlegenheit, mit der man auftritt, Artikel schreibt und Diskussionen bestreitet, verkehrt sich in meiner Wahrnehmung dadurch zum Gegenteil. Mit welcher Leichtigkeit bei uns beispielsweise Menschen als Rassisten oder Antisemiten gebrandmarkt werden ist einfach krank. Wer solche Begriffe leichtfertig benutzt entwertet automatisch die schrecklichen Dinge, die durch wahre Rassisten und Antisemiten verbrochen worden sind. Ohne einen handfesten Beweis sagt man so etwas nicht über einen anderen Menschen! Es sind die schlimmsten Beleidigungen, die man in der Öffentlichkeit aussprechen kann und sie können Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben schmeißen, wenn nur genug Menschen es wiederholen. Das ist unredlich und es geht mir unheimlich auf die Nerven.

Wer sich echte Hassprediger und Angstschürer anschauen möchte, der sollte sich Menschen wie Ralf Stegner oder Yasmin Fahimi anschauen 🙂

Bleibt sauber und hasst nicht! Achtet auf Argumente und fallt nicht auf stigmatisierende Begriffe rein! Selbst denken! Gewalt verachten! Andere Meinungen zulassen!

 

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This Post Has 7 Comments

  1. Hallo mein Freund,
    bei deinen Videos darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Menschen dort um Minderheiten und vorwiegend Menschen aus der Unterschicht handelt, wie im ersten Video zu erkennen. Das ist zwar eine Unterstellung von mir, aber ich vermute, dass ich damit gar nicht so falsch liege. Diese Menschen haben es nie gelernt sich vernünftig zu Artikulieren oder zu Diskutieren. Das Schulsystem in den USA trägt seinen Teil dazu bei.
    Im zweiten Video ist deutlich zu hören, wie jemand ruft. „He is the next Hitler.“
    Anscheinend weiß dieser Mann nicht, wie Hitler an die Macht gekommen ist, und hat wenig Ahnung von der Geschichte und welche Voraussetzungen damals gegeben waren. Trump mit Hitler zu vergleichen, ist mit das schlechteste was die Verliererseite um Clinten herausposaunen kann.
    Clinton hätte diesen Menschen ganz allgemein garantiert kein besseres Leben geben können, aber irgendwo muss sich der Frust ja entladen.
    Ansonsten kann ich deinen Ausführungen nur zustimmen, heutzutage ist viel Neid zu spüren, die Menschen sind unsicher, und versuchen sich selbst zu schützen in dem Sie sich im Extremfall radikalisieren.
    Weiterhin frohe Investments Jasper
    Pfüa Gott

    1. Hey Stefan 🙂
      das es sich um Minderheiten und Mitglieder der Unterschicht handelt ist wohl Fakt, aber inwiefern rechtfertigt es ihr Verhalten? Die „White trash“ Unterschicht ist bedeutend zahlreicher, aber solche Proteste finden sich nicht. Man überlege eine Horde armer Weißer würde ähnliches mit Clinton Supportern machen oder ebenfalls regelmäßig Innenstädte auseinandernehmen und zu Mord an der anderen Rasse aufrufen (so häufig geschehen bei Black Lives Matter). Wie würde die Öffentlichkeit darauf reagieren? Mir ging es eher um die Rechtfertigung und wie Teile der intellektuellen Schicht, wenn man sie dazu zählen kann, mit AfD, Trump etc. umgehen. Studenten, Medien, Künstler und Politiker bewegen sich zu großen Teilen auf einer Welle aus Populismus und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, die mir Angst macht.
      Den Rest kann ich nur unterschreiben 🙂
      Die guten Investments wünsche ich dir ebenfalls! Es erwarten uns stürmische Zeiten mit tollen Gelegenheiten!
      Liebe Grüße
      Jasper

      1. Hallo Jasper,
        An dieser Stelle könnte man vllt mal Goethe ins Spiel bringen:
        „Auch liegt mir Deutschland warm am Herzen; ich habe oft einen bittern Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im Einzelnen und so miserabel im Ganzen ist.“
        Das kann man im Allgemeinen auch ganz gut auf den Mob in den USA übertragen, denke ich, denn Erklärungen für das Verhalten zu finden ist, wohl echt mühsam 🙂
        Ich lese momentan Intelligent investieren von Benjamin Graham. Erstaunlich, dass die Ängste zumindest an der Börse in den letzten Jahrzehnten immer die gleichen waren/sind, 1970 fand man zb. der Dow Jones mit 900 Punkten völlig überbewertet. Was soll unsere Generation mit 19.000 nur dazu sagen. 🙂
        Gruss Stefan

  2. Liest man den ersten Satz:“Die studentische Vollversammlung möge beschließen:
    Das Schachspiel ist auf dem
    gesamten Gelände der Leibniz Universität Hannover ausnahmslos verboten. Alle
    Studierenden* sind dazu aufgefordert dafür zu sorgen, dass Zuwiderhandelnde*
    weinend das Gelände verlassen.“,
    scheint es sich tatsächlich um einen Scherz zu handeln.
    Die Intention dahinter erschließt sich mir als Außenstehenden allerdings auch nicht.
    Vielleicht kann mein Vorkommentator (evenmorebullshit) dazu Erhellendes beitragen;-).

    1. Das bringt Licht ins Dunkle! Sobald ich zuhause bin schaue ich mal, ob die anderen Dokumente ebenfalls nicht ernst sind oder ob es ein Rebellionsversuch innerhalb des AStA’s war. Leider kenne ich persönlich Menschen, die genau diese Argumentationen im Alltag nutzen und für die auch die hier kopierten Aussagen vertretbar sind. Ich habe leider nur gecheckt, ob die Aufzählung tatsächlich von der AStA Seite stammt und habe das Drumherum nicht mehr weiter geprüft. Danke für die Recherche!

  3. Herzlichen Glückwunsch. Du bist nicht nur nicht in der Lage die Intention des Antrags zu erkennen, Du bringst dabei auch noch so viel durcheinander, dass Du nicht mal mehr in der Lage bist korrekt darüber zu berichten, wer da was für Anträge wo und bei wem einbringt und darüber diskutiert.

    1. Hey evenmorebullshit ,
      ich beziehe mich ja zum Glück kaum auf den Beitrag des AStA’s sondern spreche über generelle Entwicklungen, die mir Sorge bereiten. Du kannst gerne den Platz hier nutzen um Argumente oder Richtigstellungen loszuwerden!
      Schade, dass du direkt unfreundlich geworden bist. Ich würde mich freuen, wenn wir das sachlich und freundlich besprechen können!

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